JERMAINE O’NEAL: Endlich Schmerzfrei

Der Trade zu den Toronto Raptors ist für Jermaine O’Neal nicht nur ein Neustart. Es ist seine allerletzte Chance. Doch “JO” ist bereit, sie zu nutzen und es allen Kritikern zu zeigen!

Präsenz, Offense-Power, Explosivität und gutes Timing beim Blocken. Vier Attribute, die einen herausragenden Big Man auszeichnen. So einen wie Jermaine O’Neal. Zumindest, wenn man die erste Phase seiner NBA-Karriere bei den Indiana Pacers betrachtet. Danach sorgte eine einzigartige Verletzungsserie dafür, dass der sechsmalige All Star nur noch selten spektakulär abhob. Vom gefeierten Franchise-Player ging’s abwärts bis hin zum ramponierten Buhmann der Indiana Pacers. Doch nun hat das Grauen ein Ende. Nach seinem Trade zu den Toronto Raptors’ erwartet den mittlerweile 30-Jährigen ein Neuanfang. Und zwar ein überaus vielversprechender. Denn etwas Besseres hätte “JO” überhaupt nicht passieren können.

Neu sind für ihn in Kanada nicht nur Stadt, Land, Leute, Mannschaftskollegen und die Trikots, sondern auch das Feeling auf dem Court. “Ich fühle mich fantastisch, fast wie neugeboren”, sagte O’Neal euphorisch bei seiner Vorstellung in der Metropole am Lake Ontario. “Ich bin so fit wie lange nicht mehr und, was das Wichtigste ist, endlich wieder schmerzfrei. Zum ersten Mal seit über zwei Jahren!”

Nur noch ein Wrack

Schmerzfrei – ein Adjektiv, das in Jermaine O’Neals Wortschatz schon fast in Vergessenheit geraten war. Satte 27 Spiele, also knapp ein Drittel der regulären Saison, hat er in den vergangenen vier Jahren im Durchschnitt verpasst. Und da ist die 15-Spiele-Sperre nach dem Brawl in Detroit, bei dem der 118-Kilo-Koloss auf dem Spielfeld einen Fan ausknockte, nicht mal miteingerechnet! Die Liste seiner Verletzungen und Erkrankungen ist schier endlos lang: schwere Knieprellung links, Bänderdehnung linkes Knie, Knochenstauchung linkes Knie, Arthroskopie linkes Knie, Leistenbruch links, Lungenentzündung, Schulterprobleme rechts, Bänderdehnung linker Knöchel.

Und das auch noch als Franchise-Player! Als Superstar eines Teams, das O’Neal 2004 mit 20,1 Punkten, 10,0 Rebounds und 2,5 Blocks erst zur besten Bilanz der Liga (61 :21 Siege) und dann bis ins Conference-Finale (2:4 gegen den späteren Champ Detroit) geführt hatte. Seine Leistungen hatten maßgeblichen Anteil an lndianas Aufstieg, seine Leidensgeschichte dementsprechend auch am folgenden Absturz der Pacers. Denen blieb zuletzt zwei Male in Folge in den Playoffs nur die Zuschauerrolle auf der Couch. Und wer war schuld daran? Klar, O’Neal! Der Held von einst wurde nur noch höhnisch “Jer-pain” genannt. Auch so was schmerzt.

“Rückblickend habe ich vieles falsch gemacht. Zum Beispiel verletzt zu spielen, statt sinnvolle Pausen einzulegen, weil ich das Team nicht im Stich lassen wollte”, erklärt der 2,11 Meter große Forward. ,Aber anscheinend hat niemand gemerkt, dass ich zwei Jahre quasi auf einem Bein gespielt habe. Es zählten nur meine Stats”, die logischerweise ziemlich in den Keller gegangen sind. Deshalb war es jetzt an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen.”

Neustart in Kanada

Die einstige Traumehe zwischen dem Big Man, der sich in lndiana vom talentierten Youngster zum etablierten All Star und einem gefürchteten NBADefender entwickelt hatte, und den Pacers war nach acht gemeinsamen Jahren zerrüttet. “So wie die letzte Zeit gelaufen ist, mit all den Niederlagen und der negativen Presse nach dem Brawl, bin ich fast gestorben. Ich habe einfach den Spaß am Basketball verloren”, so O’Neal weiter. “Deshalb wollte ich einen kompletten Neustart. Ich bin jetzt mental viel stärker und habe den Sommer über sehr hart an meinem Körper gearbeitet, meine Ernährung umgestellt, mir einen neuen Betreuerstab zugelegt und einfach alles überdacht.”

Mit Fitness-Guru Joe Abunassar bereitet “JO”, dessen Athletik zu seinen großen Stärken zählt, seinen Körper gewissenhaft auf die neue NBA-Saison vor. Denn unter dem Zocken mit Schmerzen haben Balance, Haltung und einfachste Bewegungsmechanismen gelitten. “Jermaine war speziell bei Balanceübungen so schlecht, dass wir im ersten Monat komplett ohne Ball gearbeitet haben. Wir mussten viel korrigieren und bestimmte Muskelpartien besonders trainieren”, sagt Abunassar.

Die Quälerei hat Früchte getragen.

O’Neal präsentiert sich in Toronto laut eigener Aussage so fit wie lange nicht mehr. Die Verantwortlichen und die Fans der Raptors nehmen den Neuling dementsprechend mit Erleichterung auf, schließlich war der Trade nicht ganz risikofrei. Denn O’Neal bringt neben seiner Krankengeschichte auch das stattliche Gehalt von sage und schreibe 44 Millionen Dollar für die nächsten zwei Spielzeiten mit.

Unterordnen für den Erfolg

Fakt ist: Die Raptors haben nun einen der besten Rebounder und Verteidiger der Liga in ihren Reihen. Und ihr Franchise-Player Chris Bosh hat endlich die dringend nötige Frontcourt-Unterstützung und muss sich nicht mehr von den Brocken der Liga malträtieren lassen. “JO ist ein dominanter Lowpost-Scorer und eine Macht in der Zone. Er wird uns sehr helfen”, freut sich Bosh auf seinen neuen Partner. O’Neal verzichtet sogar auf “seine” Trikotnummer 7, die bereits Andrea Bargnani bei den Raptors trägt. “Ich will hier alles neu haben, deshalb habe ich die 6 genommen”, sagt O’Neal, der sich auch statt der gewohnten Cornrows mit neuem 3-Millimeter-Haarschnitt präsentiert. “Ich bin hier, um zu helfen.” Das schafft er locker, wenn Power und Explosivität endlich zurück sind.

Quelle: BASKET

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